Für Tierschutz in Mainz

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Hauptsache billig

Am 13. Mai 2017 standen von 10 bis 14 Uhr sechs Ehrenamtliche von Greenpeace mit einem zwei mal vier Meter großen Banner bewaffnet vor der Lidl Filiale in der Großen Bleiche in Mainz. Anlass dazu ist die nicht artgerechte Tierhaltung in der Fleischproduktion in Deutschland. Denn die Deutschen lieben ihr Fleisch – und das möglichst günstig.

Schlechte Haltungsbedingungen

Günstig und Fair, das passt auch in den Augen der Konsumenten nicht zusammen. Deshalb wird nach außen hin mit vermeintlichen Tierschutzsiegeln wie der „Initiative Tierwohl“ der Schein gewahrt. Doch in Wirklichkeit lässt sich mit diesen Preisen eine vertretbare Haltung nicht umsetzen. Die Bedingungen sind immer noch katastrophal: Schweinen werden die Schwänze abgeschnitten, Ferkel ohne Betäubung kastriert. Ein 50 Kilo schweres Mastschwein hat gerade mal 0,5 Quadratmeter zum Leben. Und das, obwohl das Deutsche Tierschutzgesetz eine artgerechte Pflege und Unterbringung der Tiere vorsieht.

Lohnt sich Lidl?

Im Februar befragte Greenpeace die großen Supermarktketten zum Thema Tierhaltung. Die meisten Supermarktketten seien sich des Problems bewusst, die Tierhaltung verbessern zu müssen. Einige Handelsketten haben Leitlinien für einen nachhaltigen Einkauf tierischer Produkte entwickelt. Doch das, was davon derzeit tatsächlich umgesetzt wird, reicht bei Weitem nicht aus und genügt den selbstgesteckten Leitlinien nicht. Greenpeace liegt aktuelles Bild- und Videomaterial aus Schweineställen vor, die unter anderem auch für Tönnies produzieren, einen der größten deutschen Schlachtbetriebe. Tönnies wiederum beliefert auch Lidl für dessen Eigenmarke Landjunker.

Dabei weiß Lidl eigentlich, wie es richtig geht: In Dänemark produziert der Discounter schon besser als in Deutschland, sowohl was die Gentechnik, als auch die Tierhaltungskriterien bei Schweinen angeht.

Greenpeace fordert mehr Transparenz

Deshalb fordert Greenpeace Lidl zu mehr Transparenz und artgerechterer Tierhaltung auf: Auf Produkten soll gekennzeichnet werden, wie die Tiere gehalten wurden, von denen die jeweiligen Produkte stammen. Die Haltungsbedingungen sollen verbessert, sowie der Antibiotika-Einsatz verringert werden. Regelmäßige Kontrollen sollen die Einhaltung der Tierschutzverordnung sicherstellen.

Das Interesse in der Bevölkerung ist da: Am Aktionstag unterschrieben 68 Menschen Postkarten mit Forderungen an Lidl, die sogleich bei der Filialleitung eingereicht wurden. Fußgänger und vorbeifahrende Autofahrer zeigten sich interessiert und machten Fotos. Die meisten befürworteten die Aktion. Jetzt ist es an Lidl, den nächsten Schritt zu tun.

 

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