Lidl-Aktion in Wiesbaden

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Greenpeace-Aktivisten haben am 11. Januar 2018 eine Lidl-Filiale in Wiesbaden optisch in einen konventionellen Schweinestall verwandelt. Die Aktivisten klebten großflächig Fotos von Schweinen in ihren engen Ställen auf die Fenster der Filiale. Über Lautsprecher war das aufgeregte Quieken vieler Schweine zu hören. Der Protest in der Friedrich-Bergius-Straße richtete sich gegen die Tierhaltungsbedingungen bei der Lidl-Billigfleisch-Marke "Landjunker" aus Massentierhaltung protestiert.

Auch auf dem Dach der Filiale protestierten die Greenpeace-Aktivisten mit einem Banner gegen die Haltungsbedingungen der Tiere. Zuvor hatte Greenpeace bereits sechsmal vor Lidl-Filialen in Mainz gegen Billigfleisch aus Massentierhaltung protestiert - am 28. Oktober 2017, am 19. August, am 14. August, am 8. Juli, am 13. Mai und am 8. April 2017.

Die Aktionen sind Teil einer Kampagne, mit der Greenpeace darauf aufmerksam macht, dass die Tierhaltung bei der Fleischproduktion in Deutschland nicht artgerecht ist. Greenpeace fordert von Lidl mehr Transparenz bei der Fleischproduktion: Auf Produkten soll gekennzeichnet werden, wie die Tiere gehalten wurden, von denen die jeweiligen Produkte stammen. Die Haltungsbedingungen sollen verbessert und der Einsatz von Antibiotika verringert werden. Regelmäßige Kontrollen sollen die Einhaltung der Tierschutzverordnung sicherstellen.

Greenpeace kritisierte bei der Aktion auch vermeintliche Tierschutzsiegel wie das der "Initiative Tierwohl". Die Haltungsbedingungen für die Mastschweine sind immer noch katastrophal: Schweinen werden die Schwänze abgeschnitten, Ferkel ohne Betäubung kastriert. Ein 50 Kilo schweres Mastschwein hat gerade mal 0,5 Quadratmeter zum Leben. Dabei schreibt das deutsche Tierschutzgesetz eine artgerechte Pflege und Unterbringung der Tiere vor.

Weiterführende Links

Lidl hat die Wahl - Tierleid oder Verantwortung
Presseerklärung: Protest gegen Massentierhaltung für Billigfleisch