Vortrag an der Uni Mainz

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Greenpeace Mainz/ Wiesbaden lud am 13.7.2017 zu einer abendlichen Vorlesung in die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz ein. Zu Gast war der Sozialpsychologe Josef Berghold. Unter dem Titel „Der Zuhälter in unserem Kopf" sprach er über Klimaverleugnung und deren Ursachen. Dabei zog er Parallelen zu rechtspopulistischen und neoliberalen Ideologien, mit welchen eine Anerkennung der Klimakrise nicht vereinbar sei. Mit zahlreichen Quellen belegte Berghold seine Thesen und bot den Zuhörern Möglichkeiten zur weiteren Information an.

Die Klimakrise als Hindernis zur Durchsetzung neoliberaler Interessen

Der Klimawandel ist in vollem Gange und inzwischen eigentlich nicht mehr zu leugnen. Doch selbst diejenigen, welche von den Konsequenzen unmittelbar betroffen sind, sprechen das Problem nicht aus oder reden es klein. Zu groß ist die Angst und die Hilflosigkeit vor dem was kommen könnte. Neben denen, die die Klimakrise verneinen, gibt es auch die Menschen, die sich je nach persönlichem Nutzen auf die eine oder andere Seite stellen. Sie spiegeln in ihrem Verhalten eine Ideologie wieder, die - wie ein Zuhälter - durch Macht- und Profitgier geprägt ist und sich selbst über andere stellt. Die Problematik wird zwar erkannt, aber auf andere abgeschoben.

Sozialpsychologe als Gastredner

PD Dr. phil. Josef Berghold studierte Psychologie und Politikwissenschaft. Er ist Sozialpsychologe mit psychoanalytischer Orientierung und promovierte 1987. Neben Lehrtätigkeiten an deutschen und internationalen Universitäten, verfasste er eigene Publikationen und arbeitete an zahlreichen Buchprojekten mit. Seine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem auf ökologischer Nachhaltigkeit, globalen Krisen, Solidarität und Sozialdarwinismus, interkultureller Entwicklung, Vorurteilen und Feindbildern sowie Deutungen des Unbewussten im öffentlichen Leben.

Hoher Diskussionsbedarf zum Umgang mit Verleugnung

Der Vortrag wurde gut angenommen, über dreißig Besucher hörten zu und beteiligten sich im Anschluss rege an der Diskussion. Dabei klang oft auch die Frage mit, was wir denn genau tun können gegen diese Verleugnung. Die Antwort: Die eigene Angst vor Machtlosigkeit anerkennen, darüber sprechen, Sorgen ernst nehmen und gemeinsam etwas zum besseren verändern.

 

Weiterführende Links

Presseerklärung: Der "Zuhälter in unserem Kopf"

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