Verkehrswende

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Klimakiller Auto wird politisch bevorzugt

Eines der Grundprobleme zwischen Verkehrsteilnehmern: Die Straßen deutscher Städte gehören den Autos. Insbesondere ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie zu Fuß Gehende und Radfahrende werden dadurch gefährdet, vor allem sie zahlen häufi g mit ihrem Leben oder ihrer Gesundheit. Auch das Problem mit Dieselabgasen in Städten, tausende von vorzeitigen Todesfällen durch Stickoxide in der Atemluft und Fahrverbote für den Schutz der Stadtbewohner, sind eine Folge des Autoverkehrs.

Sowohl in der Planung als auch bei Gesetzgebung und Finanzierung wird das Auto gegenüber anderen Verkehrsmitteln bevorzugt. Solange Bund, Länder und Städte keine echte Verkehrswende anstreben, indem sie Straßen endlich fußgänger- und fahrradfreundlich gestalten, wird zu Fuß gehen und Radfahren hierzulande unattraktiv und lebensgefährlich bleiben. Vor allem der Radverkehr kann Städte von Stress, Lärm, Abgasen und Staus entlasten.

Unsere Vision:

  • Raus aus Diesel und Benzin! Keine Neuzulassungen von PKW mit Verbrennungsmotor ab 2025.
  • Städte für Menschen, nicht für Autos! Um uns vom Auto unabhängig machen zu können, brauchen wir starke Alternativen: Sichere Rad- und Fußwege und einen gut ausgebauten ÖPNV!

Radverkehr in Mainz

In Mainz wird viel über den Radverkehr geredet. Im Koalitionsvertrag der Stadtratsfraktionen steht viel sinnvolles zum  Fahrrad. Die Fakten sind jedoch miserabel. Im Fahrrad-Klimatest 2018 des Allgemeinen Deutschen Fahr-rad-Clubs (ADFC) schneidet Mainz mit einer Gesamtbewertung von 4,0 schwach ab (Teilnahme 1236 Main-zer, Schul-Notenskala 1 – 6, 1 = fahrradfreundlich). Besonders schlecht bewertet:

  • Hindernisse auf Radwegen,
  • Oberfläche der (Rad-)Wege, F
  • ahren von Autos auf Radwegen und Radfahrstreifen,
  • Fahren im Mischverkehr mit Kfz.
  • Ganz miserabel (5,0) bewertet: Breite der (Rad-)Wege.

Die Ergebnisse 2018 waren sogar schlechter als in den Jahren davor (seit 2012 gibt es den Index alle zwei Jahre). Schlechter geworden sind in Mainz insbesondere das Sicherheitsgefühl beim Radfahren, Fahren im Mischverkehr mit Kfz sowie die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Fahrrad.Bei der Mobilitätsbefragung 2019 der Stadt Mainz wurde das bestätigt: Neben einer besseren Anbindung und Taktung im öffentlichen Nahverkehr wünschten sich die Mainzer*innen mit weitem Vorsprung vor allen anderen Punkten bessere Radwege. Ein anderes Ergebnis der Befragung: Die Fahrradfahrer fühlten sich deutlich unsicherer als alle anderen Verkehrsteilnehmergruppen.

Den Klimawandel ernst nehmen

In der Stadt sind rund die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Strecken kürzer als 5 Kilometer. Mehr als drei Viertel aller zurückgelegten Wege in Deutschland liegen im Entfernungsbereich bis zu 10 Kilometern. Diese kurzen Wege könnten bequem mit dem Rad zurückgelegt werden. Jeder Kilometer, der nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad gefahren wird, reduziert das Unfallrisiko. Fahrradfahren fördert die Gesund-heit und schont die Umwelt.

Mehr Mainzer*innen werden aber nur dann auf das Rad umsteigen, wenn sie damit ihr Ziel mit Vorfahrt, bequem und sicher erreichen können. Ohne komfortable und schnelle Radwege mit sicheren Kreuzungen wird Fahrradfahren in Mainz nicht attraktiver. Mainzer Straßen dürfen nicht länger nur den Autos gehören. Gute Beispiele anderer Städte zeigen: Es geht.

Fahrrad muss in Mainz Vorrang haben

In den nächsten Jahren muss der Fahrradverkehr neben Fußgängern und dem ÖPNV Priorität in Mainz haben. Mainz muss eine lebenswerte und menschenfreundliche Fahrradstadt werden. Dazu ist die Infrastruktur umzubauen. Mainz muss sich auch im Straßenverkehr aktiv gegen den Klimawandel engagieren. Lasst uns gemeinsam handeln: Komfortabel, sicher, schnell und umweltfreundlich mit dem Fahrrad durch Mainz.

In unserem Positionspapier zum Fahrradfahren in Mainz haben wir konkrete Forderungen aufgestellt - siehe untebn.

Informationen und Studien von Greenpeace zur Verkehrswende:

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