Presseerklärung: Antibiotika in Billigfleisch - Greenpeace informiert

Deutschlandweite Infotour heute vor Lidl in Mainz

Themengebiet:
Landwirtschaft

Mit einem drei mal drei Meter großen Kotelett und umfangreichen Informationen hat Greenpeace Mainz/Wiesbaden heute vor der Lidl-Filiale in der Hattenbergstraße in Mainz über die schädlichen Folgen der Massentierhaltung informiert. Unter einer Schwarzlichtlampe lassen sich Rückstände eingesetzter Antibiotika erkennen. Passanten können sich mit eigenen Augen davon überzeugen. "Der sorglose Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ist eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen", sagt Franziska Kurz, Ansprechpartnerin für Landwirtschaft von Greenpeace Mainz/Wiesbaden. "Nur bessere Tierhaltung mit weniger Antibiotika kann die Fehlentwicklung stoppen. Wir brauchen eine Wende weg vom Billigfleisch hin zu fairen Bedingungen und fairen Preisen für die Erzeuger."

Sechs Wochen lang tourt Greenpeace durch 32 deutsche Städte, um vor Lidl-Filialen über die Konsequenzen der Billigpreispolitik beim Fleisch aufmerksam zu machen. Hier finden Sie die bundesweiten Tour-Daten.

In deutschen Ställen werden mit rund 800 Tonnen im Jahr etwa so viele Antibiotika eingesetzt wie in der Humanmedizin. Der hohe Einsatz sorgt dafür, dass sich immer mehr Keime ausbilden, die gegen gängige Antibiotika resistent sind. An den Folgen sterben allein in Europa jährlich etwa 25.000 Menschen. Das Problem ist so drängend, dass die Weltgesundheitsorganisation bereits vor einem "postantibiotischen Zeitalter" warnt und ein schnelles und entschiedenes Vorgehen gegen zunehmende Resistenzen fordert. Die Rückstände einiger Antibiotika sind in den Schweineknochen nachweisbar.

Discounter fördern mit Billigpreisen Ausbeutung der Tiere und Raubbau an der Umwelt

Die Agrarindustrie setzt vor allem auf industrielle Massenproduktion zu möglichst billigen Preisen. Auch Lidl lockt Kunden mit Billigfleischangeboten in seine Filialen. Der niedrige Preis hat massive Auswirkungen auf die Produktionsstandards, da die Bauern dann weniger Geld für gute Tierhaltung zur Verfügung haben. Laut einem Rechtsgutachten, das Greenpeace in Auftrag gegeben hat, werden über 90 Prozent der Schweine in Deutschland rechtswidrig und nicht artgerecht gehalten. Die Massentierhaltung verursacht zudem große Mengen Gülle, die das Grundwasser so stark verschmutzen, dass die EU die Bundesregierung bereits vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. „Die Folgen der Billigpreispolitik von Discountern wie Lidl sind fatal. Das ist Raubbau an der menschlichen Gesundheit, den Tieren und der Umwelt“, sagt Franziska Kurz.