Presseerklärung: Palmöl aus Regenwaldzerstörung in P&G-Produkten

Greenpeace-Aktivisten informieren Verbraucher in Mainz

Themengebiet:
Artenvielfalt

Mainz, 29. März 2014 – Procter & Gamble (P&G) kauft Palmöl von Produzenten, die nach Greenpeace-Recherchen Regenwald in Indonesien zerstören. Dazu informieren am 29. März 2014 von 10.00 bis 14.00 Uhr Greenpeace-Ehrenamtliche auf dem Platz an der Ecke Stadthausstraße/Schusterstraße Passanten. Anhand des Mainzer Stadtplans zeigen sie beispielhaft die Fläche von vier Quadratkilometern, die in Indonesien täglich für den Anbau von Ölpalmplantagen zerstört wird. "Die steigende Nachfrage nach Palmöl bedroht den Lebensraum der letzten Sumatra-Tiger. Gemeinsam mit Verbrauchern fordern wir von Procter & Gamble Produkte ohne schmutziges Palmöl", sagt Anna Kahlmann, Wald-Sprecherin von Greenpeace Mainz/Wiesbaden. Engagierte Bürger können die Greenpeace-Petition an P&G direkt am Stand unterschreiben oder im Internet mitmachen (bit.ly/1fGlmeh).

Head & Shoulders – vernichtet nicht nur Schuppen

Rund 460.000 Tonnen Palm- und Palmkernöl verarbeitet der Konzern jährlich, zum Beispiel in bekannten Produkten wie Head & Shoulders-Shampoo, Ariel Waschmittel oder Gillette-Rasierschaum. Mit dem Slogan „Head & Shoulders – vernichtet nicht nur Schuppen“ greift Greenpeace die Problematik dahinter in einem Kampagnenvideo satirisch auf (http://bit.ly/1cfiw0R). Das schmutzige Palmöl gelangt über verzweigte Lieferwege zu Procter & Gamble, wie ein aktueller Greenpeace-Report anhand von zehn Fallbeispielen zeigt (http://bit.ly/NuEIbA). So verkauft zum Beispiel die Firma BW Plantation Palmöl an zahlreiche Händler, darunter auch Musim Mas, die auch Procter & Gamble beliefern. Greenpeace-Recherchen belegen, dass BW Plantation in Kalimantan tausende Hektar ausgewiesenen Orang-Utan-Lebensraum zerstört hat. "Procter & Gamble muss seine Lieferkette in den Griff bekommen und Lieferanten mit zerstörerischen Geschäftspraktiken ausschließen", sagt Kahlmann.

Auf Anfrage von Spiegel Online am 25. Februar verwies P&G lediglich auf die Mitgliedschaft im RSPO, dem sogenannten "Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl". Man habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2015 "nur noch Palmöl einzusetzen, dessen nachhaltige und verantwortungsvolle Gewinnung bestätigt ist." Doch bisher bezog Procter & Gamble weniger als zehn Prozent des verwendeten Palm- und Palmkernöls aus RSPO-Zertifizierung. Greenpeace kritisiert die RSPO-Standards zudem als zu schwach; ein Greenpeace-Report von 2012 deckte auf, dass selbst RSPO-Mitglieder schützenswerte Wälder zerstören und Torfmoore trockenlegen.

In Indonesien ist die Palmölproduktion der größte Treiber der Entwaldung. Die Austrocknung von Torfmooren und Rodung von Wäldern setzt klimaschädliches CO2 frei. Die Tiere des Waldes wie zum Beispiel der bedrohte Sumatra-Tiger, der Orang-Utan und das Baumkänguru verlieren ihren Lebensraum. Es kommt zu Landraub und Vertreibung der lokalen Gemeinden.