Presserklärung: Eveline Lemke unterstützt Greenpeace-Petition für Atomausstieg in Europa

Besuch auf Greenpeace-Aktionsschiff "Beluga II"

Themengebiet:
Energiewende

Mainz, 21. Mai 2014 – Greenpeace Mainz/Wiesbaden freut sich, dass Eveline Lemke, Energieministerin von Rheinland-Pfalz, am 21. Mai 2014 die in Mainz ankernde "Beluga II" besucht hat, um sich über die von Greenpeace erstellte Studie "Alternde Atomreaktoren" zu informieren.

Besondere Gefahr für Rheinland-Pfalz

Mit der Flusstour "Stop Risking Europe" macht Greenpeace auf die Gefahren aufmerksam, die von den überalterten Atomkraftwerken in Europa ausgehen. Ihre Forderung nach einem zügigen europäischen Atomausstieg haben die AktivistInnen auch mit Frau Ministerin Lemke diskutiert.

In direkter rheinland-pfälzischer Nachbarschaft stehen zwei der ältesten Atommeiler Europas, die französischen AKW Fessenheim und Cattenom. "Statt in intransparenten Verfahren immer neue Laufzeitverlängerungen zu beschließen, müssen diese Uralt-Anlagen  schnellstmöglich stillgelegt werden!" fordert Christopher Kleinheitz, Energieexperte bei Greenpeace Mainz/Wiesbaden. Die deutliche Zunahme "signifikanter Ereignisse" in alten Atomanlagen zwischen 2000 und 2006 ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass diese Anlagen nicht für einen so langen Betrieb ausgelegt waren.

Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Ereignisse im Atomkraftwerk Cattenom, wo vor wenigen Wochen bei zehn Arbeitern Verstrahlungen ungeklärter Ursache festgestellt wurden, pflichtete Eveline Lemke Greenpeace bei: "Mit großer Sorge nehme ich die sich mehrenden Zwischenfälle in den immer älter werdenden Kraftwerken wahr. Insbesondere von Fessenheim und Cattenom geht ja auch eine direkte Gefahr für Rheinland-Pfalz aus."

So begrüßt Greenpeace, dass sich die Ministerin der Petition an die EU-Staatsoberhäupter angeschlossen hat, sich für einen schnellen Atomausstieg in Europa einzusetzen.

Deutsche Energiewende noch nicht geschafft

Aber nicht nur in Frankreich bedarf es beim Thema Energie eines Umdenkens. Auch in Deutschland müssen noch Hausaufgaben gemacht werden. Zum einen laufen auch hier – unnötigerweise – immer noch riskante Kraftwerke wie Philippsburg II, das ebenfalls schon über 30 Jahre in Betrieb ist. Zum anderen wird die Energiewende derzeit durch die Politik massiv gefährdet. Die aktuelle Diskussion um das Erneuerbare Energien Gesetz haben die Aktivisten im Gespräch mit Frau Lemke ebenfalls aufgegriffen. "Die Kosten müssen fair verteilt werden. Der Strom für Privathaushalte darf nicht künstlich verteuert werden, durch immer weitere Ausnahmeregelungen von der EEG-Umlage." fordert  Christopher Kleinheitz die Ministerin auf, sich im Bundesrat für eine Weiterentwicklung des EEG einzusetzen, die die Energiewende voran bringt, anstatt sie auszubremsen.

"Da will ich im Bundesrat noch mal ordentlich auf die Tube drücken", verspricht Eveline Lemke.

Beluga-Besuch ein voller Erfolg

Zwei Tage lag die "Beluga II" in Mainz vor Anker. 15 Ehrenamtliche von Greenpeace Mainz/Wiesbaden, sowie aus Frankfurt und anderen Gruppen haben in dieser Zeit über 300 Besucher durch das Schiff geführt und über das ganz reale Risiko informiert, das überalterte Atomkraftwerke mitten in Europa darstellen.